Bundeswehr raus aus Afghanistan! – Zum Ostermarsch 2008 nach Frankfurt

21.03.2008 – FJH

Als „teuerste Sackgasse aller Zeiten“ hat Bischof Wolfgang Huber am Freitag (21. März) den Irak-Krieg bezeichnet. Ebenso scharfe Worte hat der Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Krieg in Afghanistan bei seiner Karfreitags-Predigt allerdings nicht gefunden.

„Dem Frieden eine Chance“ geben wollen die Veranstalter der Ostermärsche. Mit immerhin 70 Veranstaltungen bundesweit protestieren sie in diesem Jahr vor allem gegen den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan.

Die größte der fünf geplanten Kundgebungen in Hessen findet am Montag (24. März) auf dem Frankfurter Paulsplatz statt. Auch die Marburger Friedensinitiative „Nein zum Krieg!“ beteiligt sichdaran.

Am Ostermontag fahren Friedensfreunde aus Marburg gemeinsam mit dem Regional-Express (RE) der Deutschen Bahn AG (DBAG) um 9.35 Uhr vom Marburger Hauptbahnhof aus nach Frankfurt. Ihre Forderung lautet: „Bundeswehr raus aus Afghanistan!“

Mehr und mehr entwickelt sich der Krieg in Afghanistan zu einem ähnlichen Debakel wie der Irak-Krieg. Die westlichen Truppen werden dort ebenso als Besatzer wahrgenommen wie im Irak. Ein Großteil der muslimischen Bevölkerung empfindet sie als arrogante Eindringlinge.

Sensibilität für fremde kulturelle Traditionen scheint vielen Christen wohl fremd zu sein. Ein Beispiel dieser ignoranten Haltung hat Papst Benedikt XVI. jetzt im Vorfeld des Osterfests
geliefert. Nach seinem Willen sollen die Katholiken am Karfreitag für die „Erleuchtung“ der Juden beten.

Anscheinend hat hier wieder einmal das Peter-und-Paul-Prinzip zugeschlagen. Denn was der Papst vermutlich als Geste der Versöhnung erdacht hat, das kommt bei vielen als Ausdruck von Arroganz an nach dem Motto: „Allein wir haben den rechten Glauben.“

Wer erleuchtet eigentlich den Klerus? Nötig hätte dieser Papst eine Erleuchtung angesichts solcher Äußerungen allemal!

Immerhin ruft er nicht dazu auf, die Juden dafür abzustrafen, dass sie den „Heiland“ Jesus Christus ans Kreuz geschlagen haben. Ähnliches hatte vor 500 Jahren der evangelische Glaubensstifter Martin Luther geäußert.

Von einem „Kreuzzug“ hatte zu Beginn des Afghanistan-Kriegs und auch wieder beim Irak-Krieg der US-amerikanische Präsident George W. Bush gesprochen. Gegen seine religiöse Verblendung ist selbst der amtierende Papst Josef Ratzinger ein liberaler Freigeist!

Der – auch von vielen Kriegshetzern häufig bemühte – Religionsstifter Jesus Christus dagegen war nach der Überlieferung des Neuen Testaments ein Friedensstifter. „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“, heißt es in der Bibel.

Und so säen auch zu Ostern 2008 wieder einige Unentwegte ihren Frieden in eine Welt, in der der Hass immer noch regiert. Obwohl die Zeiten kriegerischer sind als zu den Hochzeiten der Friedensbewegung Anfang der 80er Jahre, machen sich aber nur wenige auf zum Ostermarsch. Nötig wäre wohl eine viel stärkere Beteiligung.

Franz-Josef Hanke

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